Von Giraffen und Wölfen

Ich -Pippilottas Frauchen- bin ein Wolf. Ich kann nicht anders, Giraffe liegt mir nicht. Auch wenn ich das Konzept der gewaltfreien Kommunikation gut finde, es kostet zuviel meiner Zeit. Zeit die ich mit fremden Hundebesitzern nicht verbringen will.

Vielleicht kennt ihr das Konzept der Giraffen- & Wolfssprache? Wenn nicht, googelt es mal, is interessant.

Heute auf der Hundwiese: Keiner da, Sonne scheint und ich habe Urlaub. Kaffe und Kippen sind am Start und in der Hundetasche 3 Bälle.

Der Plan: In Ruhe ein Kippchen rauchen, dabei den Kaffe schlürfen und das Gesicht in die Sonne halten. Pippilotta hat so lange frei. Im Anschluß: üben die Bälle über den Platz zu werfen ohne dass der Hund sich bewegt.  Soweit die Theorie.

Eine Statistin nebst nervig rumbellender Schäfermix Hündin betritt die Bühne. Vorbei mit Ruhe und Frei. Pippilotta will schon durchstarten, ich rufe sie ran, artig setzt sie sich zwischen meine Beine. Da sitzen wir nun und betrachten den weiteren Verlauf der Ereignisse. Die Wiese ist gut 200 Meter lang, es bestünde für die Statistin die Möglichkeit am anderen Ende, wo sie die Bühne betrat, zu bleiben. Allerdings ist sie wohl auf Sozialkontakt für sich und ihren Hund aus. Als sie auf 20 Meter heran ist:

  • Statistin: „Sie können Ihre ruhig loslassen“
  • Ich: „Nein“

Hier hätte die Unterhaltung beendet werden können. Alles wesentliche wurde gesagt. NEIN und aus die Maus. Aber nö.

  • Statistin: „Warum nicht, ist das auch ne Hündin?“
  • Ich: „Weil deine voll am Rad dreht und meine da nicht drauf steht. Wenn ich jetzt loslasse, gibt´s auf die Fresse und zwar so richtig“

Statistin nimmt Ihre Hündin an die Leine und latscht weiter auf uns zu.

  • Statistin: „und jetzt?“
  • Ich: „Wie und jetzt?“
  • Statistin: “ ja jetzt können wir es doch probieren“
  • Ich: „Was hat sich in den letzen zwei Sekunden geändert?“
  • Statistin: „wir können…“
  • Ich: „nein“
  • Statistin: „Meine will nur spielen“
  • Ich: „kann sein, aber meine will deiner auf die Fresse hauen“

stimmte übrigens beides nicht, die Schäferhündin war vom nervösen rumbellen zum droh Fixieren übergegangen und Pippilotta war ausnahmsweise mal nicht auf Krawall gebürstet und saß einfach zwischen meinen Beinen. Die Staitistin merkt von beidem jedoch nichts

  • Statistin: „aber wir können doch…“
  • Ich: „nein“
  • Statistin: „aber die wedelt doch mit dem Schwanz…“
  • Ich: „nein“
  • Statistin: „aber die ist doch noch so jung, meist ist doch nur dass wir Menschen was falsch verstehen“
  • Ich: „richtig! Du verstehst hier was falsch. Was kapierst du nicht an NEIN?“
  • Statistin: „die ist doch noch so jung, wir können doch…“
  • Ich: „nein“
  • Statistin: „…und meine weiß sich auch zu wehren, die lässt sich nix gefallen“
  • Ich: „sach ma, bist du bekloppt?“
  • Statistin: „sei doch nicht so unfreundlich, wir können doch…“
  • Ich: „nein. Was gibt´s da eigentlich noch weiter zu diskutieren? Ich sagte mehrfach nein“
  • Statistin: „blablablabla mimimimimi“
  • Ich: „wenn du einen zum Quatschen brauchst, geh zum Pastor“
  • Statistin: „kommen noch andere?“
  • Ich: „woher soll ich das wissen?“

Statistin kündigt an dass sie geht, labert jedoch weiter auf mich ein und geht dann aber wirklich. Wie gesagt Pippilotta war ganricht auf Krawall gebürstet, die Schäfermix Hündin aber schon und friedlich wäre das nicht abgelaufen. Das muss ich nun echt nicht haben. Abgesehen davon hatte ich schlicht keine Lust mich zu untehalten. Ich wollte meine Ruhe, ich wollte üben. Ich wollte nicht das Bedürfnis der Statistin nach Sozialkontakt für sich und für den Hund befriedigen. Fertig.

Wäre ich eine Giraffe, wäre das Gespräch dann kürzer ausgefallen? Keine Ahnung ich bin ja ein Wolf und die Bedürfnisse von Fremden gehen mir in solchen Situationen am Arsch vorbei

1 Comment

  1. Ähm – nö.
    Die Statistin war ein Wolf – oder zumindest keine Giraffe. Ziemlich egoistisch, grenzüberschreitend, aufdringlich.
    Und warum wie eine Giraffe reagieren, wenn man dabei den Kürzeren zieht (oder, um im Tierreich zu bleiben, zur Beute zu werden)?

    Man muss auch mal klare Grenzen setzen können und darf nein sagen. Übrigens tun dies auch Giraffen… die sind nicht duziduzi, wenn ein Löwe kommt, sondern sie können dem mit ihren Hufen den Schädel einschlagen.
    Friedliche Giraffe ist erstrebenswert? Nur wenn das Gegenüber auch eine Giraffe ist. Ansonsten: wenn schon einer benachteiligt sein soll, warum dann wieder ich? Pffff…
    „Nein“ ist die neue Giraffe. So.

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