Weihnachtstimmung mit Pippilotta

Doch, doch, ist schon stressig dieses weihnachts Ding. Auch wir sind nicht gefeit, obwohl wir uns redlich bemühen. Aber Pippilotta und ich mussten uns am 23.12. noch ins Einkaufsgetümmel stürzen. Selbstverständlich nicht ohne eine schöne Kaffeepause in einem Straßenkcafé. Ist ja nicht kalt hier.

Ich lass mich also nieder mit einem großen Milchkaffe. Pippilotta legt sich derweil unter meinen Stuhl und verbreitet fleißig mehr Weihnachtstimmung unter den Gästen als jedes blondglockte Engelskind es vermag.

Von allen Seiten tönt es: „oh, schau mal wie süß“, „was für ein hübscher Hund“, „wie lieb sie da liegt“, „hast du gesehen, was für hübsche Augen?“ Alle sind ganz verzückt und vergessen für einen Moment den Weihnachtstress.

Nun ist Pippilotta, auch wenn sie anders aussieht, nicht so der Fan vom gleichgeschalteten Geschmacksregulativ und beschließt spontan dies auch, kurz aber eindrücklich, zur Schau zu stellen, als eine schicke Frau mit fetter, überbissiger englischer Bulldogge vorbei läuft.

Weihnachten und Frieden auf Erden, hin oder her. Pippilotta hasst Bulldogen. Obwohl für reinen Hass ist mein Hund zu intelligent, Ich hege den Verdacht, dass sie vielmehr die Auffassung vertritt, dass genetischer Abfall der kaum noch laufen oder atmen kann und auch sonst nicht mehr so ganz als Hund zu erkennen ist, einfach was auf die Fresse braucht. Jeder hat so seine Prinzipien.

Also springt Pippilotta unterm Stuhl hervor, rockt mit der Leine den Tisch um, so dass mein Kaffe in hohem Bogen in die vormals entzückte Menge fliegt, um sich über die Weihnachtseinkaufpausierenden zu ergießen und erklärt der Bulldogge, lautstark, mit allem was sie im Repertoire hat: Verpiss dich! Ich find dich scheiße und zwar SO RICHTIG!

In der eben noch, über den süßen Hund, begeisterten Menge macht sich Betroffenheit breit und ein bisschen auch Empörung.

Für mich geht die Zeit einen Moment lang, matrixmäßig, in Zeitlupe weiter. Ich seh die Leine sich straffen, während der Tisch , halb gekippt, stehen bleibt und der Kaffe einen hübschen brauen Bogen in die Luft malt, getrennt vom Milchschaum versteht sich, bevor er nach einer Sekunde Standbild mit einem, wegen der Winterklamotten, gedämpften „Platsch“ auf die anderen Gäste nieder regnet.

Ist mir das peinlich? Eigentlich nicht. Ich bin Härten gewöhnt. Frohes Fest dann noch.

2 Comments

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s