Meter Feldweg, ohne Würmer (Teil 1)

Irgendwo in unserem Viertel lebt eine Familie mit schwarzem Labrador. Vater, Mutter, Kind, Labbi und Flexi. Ein Vorstadt Idyll,

Vater: irgendein Tag im sehr heißen Sommer 2015, sehr spät abends (man könnte auch sagen nachts)

Pippilotta ist noch klein und gerade in einer Spookyphase. Pünktlich dazu wurde ihre favorisierte Lösestelle in eine Bautelle verwandelt. Obwohl wir so ziemlich im Grünen leben, findet mein Hündchen es ausgesprochen schwer nun ein geeignetes Ersatzdamenklo zu finden. Als es ihr endlich gelingt kommt Vater mit Labbi und Flexi vorbei, bleibt stehen, grinst mich an und fährt langsam die Flexi aus damit das Labbitier meinen Welpen besser am Kacken hindern kann. (Was dachte er sich wohl? Ich würde es wirklich gerne wissen)

Auch nach mittlerweilen zwei Jahren mit Hund, bin ich immer noch sprachlos darüber wie sehr ein Hund wohl als Zeichen verstanden wird: los nimm Kontakt auf.

Damals jedoch war ich noch schier sprachlos. Heute habe ich Strategien entwickelt. Diese Familie hat mir dabei geholfen.

Ich bitte Vater den Hund zurück zu nehmen und weiter zu gehen.  Der fängt an zu grinsen, fährt die Flexi weiter aus und meint, die können doch spielen. „Hallo du Vollpfosten, hast du mal auf die Uhr geguckt und ist dir aufgefallen, dass dein Hund 30 kg mehr wiegt als meiner?“

Mutter: irgendein Tag im Winter , es ist arschkalt, ebenso glatt und es hat geschneit. Ausserdem ist es sehr sehr sehr früh morgens (man könnte auch sagen nachts)

Wir haben manchmal Termine am anderen Ende des Landes, d.h. wir müssen früh aufstehen und losfahren um pünktlich anzukommen. Naturgemäß möchte ich dass mein Hund sich noch löst, bevor wir zu einer längeren Autofahrt aufbrechen. Aber Mutter kommmt vorbei. Ich kenne die Familie und ihre Eigenart in zwischen und wechsele die Straßenseite damit mein Hund in Ruhe kacken kann. Mutter tut es mir gleich und wackelt uns hinterher. Naiv wie ich , trotz besseren Wissens, bin gehe ich erstmal davon aus, dass das Zufall war und Mutter sowieso daher gehen wollte. Wechsele also erneut die Straßenseite. Mutter latscht uns wieder hinterher. Bereits leicht genervt ingnoriere ich mein Hündchen und schleife sie erneut über die spiegelglatte Straße und versuche Mutter zu entkommen. Die ist aber schneller und bewaffnet. Sie holt mich ein und fährt die Flexi voll aus. Ich ranze sie an ob sie sich nicht für eine Straßenseite entscheiden könne, damit ich in Ruhe die andere nehemen kann. „Nö, die können doch spielen“

„Hallooooohoo! hast du mal auf die Uhr geguckt und ist dir aufgefallen dass wir mitten auf der Straße stehen?“

Tochter (schon so um die 20): ausnahmsweise mal nicht nachts.

Ich komme vom einkaufen nach der Arbeit. An mir hängen Arbeitstasche rechts, Laptoptasche links, in der einen Hand eine Korb mit dem Wocheneinkauf, in der anderen 12kg Katzenstreu. So bepackt versuche ich noch irgendwie die Leine unterzubringen und Pippilotta so zu dirigieren, dass ich nicht auf die Fresse falle. Aber Tochter kommt vorbei. Ich habe zu dem Zeitpunkt zwar schon diverse Erfahrungen mit der Familie, aber noch nicht genug gelernt, und gehe auf die Straße. Die Flexi wird voll ausgefahren damit das Labitier schnuppern kann. „Halloooo …..!“ Sinnlos in dieser Familie reicht es vielleicht so gerade zum Schuhe zu binden, wenn Klettverschluß vorhanden.

Ich brülle also direkt los dass sie einfach weiter gehen soll und zerre, vollbebackt und unendlich angennervt, den Hund hinter mir her. „Aber die müssen sich doch guten Tag sagen“

in meinem Kopf spuhlt sich etwas ab. Nein müssen sie nicht! Willst DU mir guten Tag sagen? Auch ohne Hund? Spricht sonst keiner mit euch, oder warum überfallt ihr immer mich? Gibt es einen geheimen – wir gehen nachts gassi und lassen die Hunde spielen – Code den ich nicht kenne? WAS ZUR HÖLLE STIIMMT DENN MIT EUCHT NICHT?!

Als mein Kopf damit fertig ist, knallen mir die Sicherungen durch und ich mache auf dem Absatz kehrt, stürme auf die junge Frau zu und umarme sie mit gespielt überbordend herzlichem Elan. Dabei knalle ich ihr, mit voller Wucht, meine 20kg Einkauf in den Rücken (so wie meine Oma es getan hätte, wenn ich sie nach 6 Monaten mit einem plötzlichen Besuch überrascht hätte), schnuppere an ihr (was ich sofert bereue weil sie grauen erregnd stinkt), wusele ihr durch die Haare und brülle verzückt und überschwenglich: Och Mensch, ist das schön dich zu sehen, ich freu mich so dass du da bist, komm her lass dich ordentlich drücken, ach du bist so toll“

Sie ist bis in die Grundfesten ihres Seins erschüttert und angewiedert (ich auch) und schreit dass ich in eine Anstalt gehöre

Ich ignoriere ihr Geschrei und lasse sie wissen, dass mein Hündchen es genau so scheiße findet von einem 40kg Labbi überrolt zu werden.

Mission complete

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